Fabio Liggieri "verprügelt" Weltklasseboxer, wird jedoch um den Sieg gebracht!
Es ist 21:30 Uhr, als Fabio Liggieri auf dem Weg zum Ring ist. 11 Siege, 4 Niederlagen und 4 Unentschieden ist die Kampfbilanz, die der Italiener vorzuweisen hat. Kein Boxexperte hätte das vermutet, was in den folgenden Minuten passierte. Auch sein Gegner Mahir Oral, der in den Weltranglisten unter den TOP 20 gelistet ist und immerhin gegen Arthur Abraham um die WM geboxt hat, war sich seiner Sache sicher. Auf einer Internetseite ließ er verkünden: "Heute siege ich gegen Liggieri und morgen boxe ich von mir aus gegen Sylvester um die WM!" Doch es sollte anders kommen und man kann davon ausgehen, dass Oral die nächsten Wochen keine Lust hat in den Ring zu steigen.
Zum Kampfgeschehen: Mahir Oral ging konzentriert und vorsichtig in den Kampf während Fabio von der ersten Minute an maschierte und Fäuste abfeuerte. Kommentator Werner Kastor wertete dies auf Eurosport noch als unsauber und das der Italiener klarer Außenseiter ist. Auch in der zweiten Runde war von Oral nichts zu sehen und jeder in der Halle dachte, dass dem Herausforder wohl irgendwann die Luft ausgeht und dann Oral´s Stunde schlägt. Diese sollte jedoch nicht kommen, denn Fabio Liggieri machte die kompletten acht Runden lang Druck, traf gute Wirkungstreffer und war klar überlegen. Auch Kastor, der bekennender Oral-Fan ist, musste eingestehen, dass ein Sieg für Liggieri verdient wäre. Auch das Publikum spürte dies und feuerte den Gast aus Italien lautstark an. Drei Leute sahen diesen Kampf jedoch mit anderen Augen. So urteilte Punktrichter Jan Taleki aus Tschechien den Kampf unentschieden und Danny Van der Wiele, sowie Aleksandr Schunkow mit 76-77 für Oral. Belohnt wurde dieses Urteil mit einem großen Pfeifkonzert.
Trotz der bitteren Niederlage stieg der Marktwert für Liggierie. In den Ranglisten schoss er 50-80 Plätze nach vorne und auch einige gute Kampfanfragen liegen vor. "Wir werden mit unseren Mitgliedern nun die nächsten Schritte genau überlegen. Fabio ist jetzt erstmal im wohlverdienten Urlaub und wird dann motiviert wie immer angreifen. Wir können trotz dieses Urteils stolz auf ihn und unser Projekt sein." so Manager Björn Terveen